Vorsorge

Bereits mit einfachen aber wichtigen Schutzmaßnahmen
können Sie dafür sorgen, dass es erst gar nicht zur Brandentstehung
kommt.
Feuer ist eines der vier Grundelemente und grundsätzlich etwas Gutes. Solange es sich unter menschlicher Kontrolle befindet. Die Zahl der Toten, Verletzten und die riesigen Schadenssummen zeigen jedoch jedes Jahr, wie groß Leichtsinn und Unkenntnis sind. Würde die Gefahr des Feuers nicht sträflich unterschätzt, wäre alles
halb so schlimm. Denn die meisten Brände sind vermeidbar!
Dazu muss man aber wissen wie Brände entstehen und – noch wichtiger – wie man sie vermeidet. Dafür reicht im Grunde genommen schon die Kenntnis einiger praktischer Grundsätze.

Etwa, dass Brandentstehung nicht von der Höhe der Temperatur allein abhängt, sondern dass ein Brand auch durch Wärmestau entstehen
kann. Dann nämlich, wenn zum Beispiel ständige 80° hinter einem Ofen die dahinter befindliche Holzwand entzünden.


Daraus lässt sich bereits eine Grundregel ableiten:
Jeder brennbare Stoff ist bei längerer
Wärmeeinwirkung gefährdet, wenn
er mehr als handwarm ist.

Haben Sie das gewusst? Na also. Deshalb sollten Sie sich
auch für die nächsten Seiten ein paar Minuten Zeit nehmen.
Fangen wir also an.

 

 Ein Fehlerstrom-Schutzschalter
(FI-Schalter) sollte zur Grundausstattung Ihrer Wohnung
gehören. Er reagiert schnell bei defekten
Elektroinstallationen oder -geräten und verhindert
so das Entstehen von Kabelbränden.
Blitzschutzanlagen und Überspannungsableiter
für Elektroinstallationen schützen
vor den gefährlichen Auswirkungen eines Blitzschlages.
Und sie nehmen Gewittern den Schrecken.

 

   Jeder und damit auch Ihr Haushalt sollte mit einem
normgerechten Feuerlöscher ausgestattet
sein. Machen Sie sich mit dessen Bedienung vertraut!
 Rauchmelder für den Wohnbereich oder sogenannte
"Homemelder" warnen durch einen schrillen Alarmton
rechtzeitig vor Rauch oder Feuer. Sie sind einfach zu montieren
und können Leben retten!
 

   Lassen Sie beim Kochen den Herd nie unbeaufsichtigt.
Entfernen Sie sich keinesfalls vom Herd, wenn sich
erhitztes Fett oder Öl darauf befindet.
Sollte sich Öl in einer Pfanne überhitzen und zu brennen
beginnen, ersticken Sie es mit einem Deckel oder mit
einer Löschdecke. Keinesfalls mit Wasser löschen!
 Lassen Sie Defekte bei elektrischen Geräten, Steckern
und Leitungen unverzüglich reparieren. Bei einem Kurzschluss
kann es zu Funkenbildung oder zu einem sich schnell
ausbreitenden Kabelbrand kommen.
Stecken Sie ihre Elektrogeräte immer aus,
wenn sie nicht benützt werden. Sicher ist sicher.
 
   Lassen Sie beim Anheizen von Kachelöfen die Ofentür
so lange offen, bis das Holz zu einem niedrigen Glutstock
herabgebrannt ist. Schließt man die Tür zu früh, bilden
sich brennbare Gase, die explodieren können.
Verwenden Sie bei offenen Kaminen immer
Funkengitter und halten Sie das Feuer ständig
unter Aufsicht! Funken können meterweit fliegen
und daher Kleidung, Polstermöbel, Vorhänge oder
Papier auch in größerer Entfernung entzünden.
Entsorgen Sie die Asche in einen nicht brennbaren
Behälter mit dicht schließendem Deckel.
 Decken Sie mobile Heizgeräte (Elektrostrahler
usw.) niemals ab und achten Sie auf ausreichenden
Abstand zu brennbaren Materialien. Die
Gefahr eines Hitzestaus wird oft unterschätzt.
Vergessen Sie nicht, jedes Ihrer Heizgeräte (auch offene
Kamine und Ölöfen) vor der Heizsaison zu reinigen.
 
   Vergessen Sie nicht, Gedenklichter und Kerzen
von Duftlampen auszulöschen, wenn Sie die Wohnung
verlassen oder zu Bett gehen.
Achten Sie bei Kerzen immer auf ausreichenden
Abstand zu brennbaren Materialien. Bedenken Sie,
dass alleine ein Windstoß genügt, um den Vorhang zum
Auswehen und über einer Kerzenflamme zum Brennen zu
bringen.
 Bewahren Sie Zündhölzer und Feuerzeuge immer so auf,
dass sie von Kindern nicht erreicht werden können.
Lassen Sie Kinder nie ohne Aufsicht mit offenem
Licht und Feuer hantieren.
Gestatten Sie Kindern keine unbeaufsichtigten erste Kochversuche.
Bringen Sie den Kindern rechtzeitig das richtige
Verhalten im Brandfall bei. Erklären Sie ihnen die
richtige Reihenfolge: Alarmieren – Retten
– Löschen. Und zeigen Sie ihnen, wie sie sich
selbst in Sicherheit bringen können.
 
   Rauchen Sie niemals im Bett. Wenn Sie mit einer
brennenden Zigarette einschlafen, ist es bestimmt
auch Ihre letzte. Denn lange bevor Ihr Bettzeug in
Flammen aufgeht, entsteht tödlicher Qualm.
Leeren Sie Ihren Aschenbecher nie in den Papierkorb.
Verwenden Sie dafür immer einen nicht brennbaren
und mit einem Deckel ausgestatteten Behälter.
Das Rauchen im Wald ist nicht nur verboten,
sondern auch brandgefährlich. Trockenes Laub oder
Reisig brennt wie Zunder!
Werfen Sie Zigaretten oder andere Rauchzeugreste nie achtlos weg.
Sorgsam ausgedämpfte und entsorgte Zigarettenkippen halten
nicht nur die Umwelt sauber, sondern reduzieren
auch die Brandgefahr.
 Leeren Sie zum Nachzünden niemals Spiritus oder
andere Brandverstärker auf die Grillkohle. Neben der
entstehenden Stichflamme kann auch eine Rückzündung
zu grässlichen Unfällen führen!
Grillen Sie nicht im Wald oder in Waldnähe.
Beachten Sie immer den Funkenflug! Auch
weiter entfernte Kleidungsstücke, Papier etc. können
durch Funken in Brand geraten.
Löschen Sie die Restglut immer mit Wasser. Belassen
Sie die Asche im Griller, bis sie restlos ausgekühlt ist und
füllen Sie sie erst dann in nicht brennbare Behälter.
Halten Sie beim Grillen immer einen Feuerlöscher
oder einen Eimer Wasser bereit.
Vergessen Sie beim Campieren nie, die Gasflaschen
der Camping-Kocher oder -Lichter abzudrehen.
 

   Achten Sie schon vor dem Anheizen darauf, dass
der Griller standsicher und in ausreichendem
Sicherheitsabstand zu brennbaren Materialien
aufgestellt wurde. Oftmals erreicht auch das
Gehäuse des Grillers beachtliche Temperaturen – ein
Standortwechsel ist dann vielfach nicht mehr möglich.
Verwenden Sie keinesfalls Benzin oder andere brennbare
Flüssigkeiten zum Anzünden. Benutzen Sie dafür ausschließlich
Sicherheitsanzünder!
Bereits eine leichte Windbö kann gefährlichen Funkenflug
verursachen.
Die Restglut im Griller sollte immer mit Wasser gelöscht werden.
 Inspizieren Sie die Fluchtwege in Ihrem Urlaubshotel.
Machen Sie sich mit dem Verlauf des Fluchtweges vertraut
und kontrollieren Sie, ob er benützbar ist. Vergewissern
Sie sich, dass alle Fluchttüren zu öffnen sind.
Beachten Sie die Brandschutzhinweise
im Hotel und am Zimmer.
 
   Jedes Auto sollte mit einem Feuerlöscher
ausgerüstet sein.
Führen Sie in Ihrem PKW immer einen
Autofeuerlöscher mit. Lassen Sie regelmäßig
dessen Funktionsfähigkeit kontrollieren!
Verzichten Sie an Ihrem Fahrzeug auf Selbstreparaturen.
Lassen Sie besonders Schweißarbeiten
und Elektroinstallationen nur von
Fachleuten durchführen.
Bringen Sie bei Rauch- oder Brandentwicklung
Ihr Auto sofort am rechten Fahrbahnrand zum
Stehen und verlassen Sie das Fahrzeug unverzüglich!
Auch bei Tunnel-Unfällen gilt: Alarmieren – Retten – Löschen!
 Geben Sie Feuerwerks- und Knallkörper nie an Kinder
und Jugendliche weiter!
Zünden Sie Raketen immer mit ausgestrecktem
Arm und halten Sie den Kopf
nie über gezündete Raketen!
Vernichten Sie "Versager" mit Wasser oder Schnee und
versuchen Sie niemals, sie zu trocknen. Beim Anwärmen
herrscht höchste Explosionsgefahr.
Beachten Sie das für das Ortsgebiet herrschende
Abschussverbot! Laut Gesetz dürfen Raketen
und andere Feuerwerkskörper ausschließlich in unverbautem
Gebiet abgefeuert werden.
Schießen Sie Raketen niemals aus der Hand ab! Verwenden Sie
standsicher verankerte Rohre oder Flaschen als Abschussrampen.
Trockenes Reisig brennt wie Zunder.
Raketen immer mit ausgestrecktem
Arm anzünden.
 
   Lassen Sie Kerzenflammen – auch das Friedenslicht –
niemals unbeaufsichtigt. Offenes Licht ist
immer brandgefährlich und sollte daher stets im Auge
behalten werden.
Achten Sie auf genügend Abstand der
Christbaum- oder Adventkranzkerzen zu Reisig,
Papier oder Kranz- bzw. Christbaumschmuck.
Bringen Sie Spritz- und Wunderkerzen immer
freihängend am Christbaum an. Kommen sie beim
Abbrennen mit trockenem Reisig oder Papier in Berührung,
herrscht höchste Brandgefahr.
Zünden Sie niemals Kerzen auf ausgetrockneten
Christbäumen oder Adventkränzen
an. Die Kombination aus trockenem Reisig und
niedergebrannten Kerzen sorgt alljährlich für zahlreiche
Wohnungsbrände.
   
   

 

 

 
   

 

 

 

Publiziert am: Samstag, 21. März 2009 (5155 mal gelesen)
Copyright © by Freiwillige Feuerwehr Lohnsburg

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